Kunstprojekt

Von der Gründung des Vereins bis zur Kunstaktion „Der Palmen-Mann“

Die Vorgeschichte

Die Geschichte um die Kooperation mit dem Künstler und Schöpfer des Palmen-Manns, Frank Dederichs, ist  engstens mit dem Ursprung des Vereins Wohlseyn e.V verknüpft.

Mit Jugendlichen im Anschluss der Praxis Wohlseyn (Psychotherapie/Lernbegleitung) kam die Idee auf, eine gemeinsame Sozialaktion zu starten, aus welcher die Gestaltung eines Wohlfühl (Wohlseyn) - Abends als Dank für die unermüdlichen Ehrenamtlichen des Gasthauses resultierte.

Dem voran ging zunächst eine vertiefte Wertediskussion zu St. Martin, mit der Fragestellung, warum Teilen, auch sich Mit-teilen im kommunikativen Sinn, so wichtig sind. Weiterhin, für welche Gruppe sich die jungen Menschen überhaupt einen Einsatz vorstellen bzw. welcher Art und in welchem Umfang eine Unterstützung und Wertschätzung aussehen könnten:
So wurde der Plan, Obdachlose direkt unterstützen zu wollen, nach einem Gespräch mit dem Gasthauspfarrer Ludger Ernsting verworfen und es entstand die Aktion des stellvertretenden Dankes für all die, welche sich sonst völlig selbstlos um Andere bemühen.

 

Organisation, Planung und Durchführung lagen von nun an in der Hand der Jugendlichen, die sich in verschiedenen Teams um Spender für Essen und Getränke, den inhaltlichen Ablauf, die Zubereitung der Speisen als auch ein „Mitgebsel“ kümmerten.

Eben die Bemühung um jene kleine Aufmerksamkeit, vertiefte den losen Erstkontakt der beiden Vereinsgründer Ulla Neukam und Sebastian Spohr mit Frank Dederichs. Aus der einfachen „Pausenkaffeebekanntschaft“ in der Innenstadt, entwickelten sich regelmäßige Besuche und Gespräche, auch mit den Jugendlichen und die lange vergessenen Kunstschätze wurden aus achtlos verteilten Schuhkartons der inzwischen auf wenige Quadratmeter geschrumpften Wohnung geborgen.

Frank willigte ein, für die Anzahl der Mitarbeiter Teile seiner Werke zur Verfügung zu stellen und die Jugendlichen versahen dieselben auf der Rückseite mit wertschätzenden Aphorismen und Botschaften. Aus jener Sammlung durfte sich am Abend der Aktion  alle  Ehrenamtlichen eine Karte aussuchen und mitnehmen.

Unzählige Schätze blieben jedoch ungesehen in Kartons und es entstand als Anschlussprojekt der Wunsch, einer breiteren Öffentlichkeit die so von den Jugendlichen geschätzten Kunstwerke im Rahmen einer Ausstellung zu präsentieren.

 

 

Der Künstler

Frank Dederichs, welcher bereits in seiner Schulzeit durch sein überdurchschnittlich künstlerisches Talent auffiel, konnte sich im Anschluss durch Bestehen einer anspruchsvollen Aufnahmeprüfung an der begehrten Kunstakademie in Düsseldorf einschreiben, um bei  Prof. Dr. Joseph Beuys zu studieren.
Erst der Einzug zum Militärdienst unterbrach diese prägende Lebensphase, an die er aus finanziellen Gründen nach dem Wehrdienst nicht mehr anschließen konnte. Die Leidenschaft zur Malerei blieb jedoch bestehen und die Eröffnung eines Kunstbedarfshandels, zunächst in Marl und später auch in Recklinghausen, folgten.

Das Aufkommen wiederkehrender depressiver Phasen und darauf folgender vier Schlaganfälle verhinderten die Wirtschaftlichkeit des Ladenbetriebs. Die kinderlose Ehe zerbrach, das Ladenlokal musste aufgegeben werden. Schwere körperliche Beeinträchtigungen brachten zudem eine soziale Abhängigkeit mit sich.

Diese psychisch oft kaum auszuhaltenden Phasen versuchte Dederichs während der manisch depressiven Momente mit dem Schaffen von Kunstwerken zu überstehen. Insbesondere die ebenfalls ausgestellten Werke des „Ikarus-Zyklus“ verdeutlichen seine Sehnsucht, sich aus den als erdrückend empfundenen  Lebensumständen befreien und sich in größere Leichtigkeit erheben zu können.

(Weitere Eindrücke im angehängten Interview mit dem Künstler).

Einnahmen aus der Abgabe der aussagekräftigen Werke und Portraits gegen Spende, sollen insbesondere für die Anschaffung einer Spezialbrille für den Künstler verwendet werden. Dieser hat durch die Schlaganfälle so sehr an Sehkraft eingebüßt, dass er eine mit 8 (!) verschiedenen Linsen anzufertigende Brille, welche beim Optometrist Junkert bereits angepasst wurde, zur Wiederherstellung seiner optimalen Sehkraft benötigt.

Durch diese können bestenfalls sein Gleichgewichtssinn und in Folge seine Mobilität ein „Entkommen aus dem Rollstuhl“ ermöglichen.

Der Verein Wohlseyn e.V. ist stolz, ihn mit der Ausstellung bislang völlig unbekannter Werke, sowohl in seinen täglichen Bedürfnissen als auch einer lange verwehrten Anerkennung und Wertschätzung seines Talentes unterstützen zu dürfen.

 

 

Die Ausstellung

Planung, Organisation und Durchführung einer möglichen Ausstellung und sämtliche bis dahin notwendigen Schritte wurden erneut mit der Gruppe der aktiven Jugendlichen des Vereins besprochen und koordiniert.

Wie den Werken des Künstlers ein wertiges Äußeres geben? Welche Rahmen anpassen, die sich nicht aufdrängen oder den Ausdruck stören??

An drei Terminen wurden zunächst die ausgewählten schlichten Holzrahmen geölt, im Anschluss mit je einem schwarzen und weißen Mühlestein als schwebendem Träger versehen und die Werke mithilfe einer extra angefertigten Schablone eingepasst. Den letzten Schritt stellte die Anbringung einer Befestigung dar, während der Künstler parallel und sichtlich erfreut die Werke, neben einem für ihn angefertigten, roten Katzenstempel, signierte.

„Sehen und gesehen werden“, könnte das Motto dieser Pilotaktion des Vereins auch heißen, denn sowohl Frank mit seiner Kunst, als auch die Aktiven und diversen Tätigkeitsbereiche des Vereins werden öffentlich und können somit hoffentlich eine breitere Unterstützung finden.

 

 

 

 

 

Bildergalerie Kunstaktion

Bildergalerie Optometriker Junkert

Interview mit Frank Dederichs